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Studie: Erhöhtes Thrombose-Risiko bei Krampfadern

07.02.2019
Wer Krampfadern hat, hat auch ein erhöhtes Thromboserisiko. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Taiwan, für die die Daten von rund 426.000 Erwachsenen ausgewertet wurden.

Krampfadern können der Studie zufolge das Risiko für eine tiefe Venenthrombose erhöhen. Foto: Solarisys - stock.adobe.com

Krampfadern sind häufig, ja sogar ein Volksleiden. Viele empfinden sie als optisch störend. Aber nur selten würden Krampfadern mit Beeinträchtigungen für die Gesundheit in Verbindung gebracht, schreiben die Autoren. In ihrer Studie weisen sie nach, dass Erwachsene, bei denen Krampfadern festgestellt wurden, ein signifikant erhöhtes Risiko für eine tiefe Venenthrombose haben.

Als Basis für die Studie dienten die Daten des taiwanesischen Krankenversicherungsprogramms. Ausgewertet wurden die Daten von mehr als 200.000 Patienten, bei denen Krampfadern diagnostiziert wurden oder die wegen Krampfadern behandelt wurden. Ebenso groß war die Kontrollgruppe ohne Krampfadern.

Das Risiko für eine tiefe Venenthrombose war bei Patienten mit Krampfadern fünffach erhöht. Besonders hoch war das Risiko für eine tiefe Venenthrombose im ersten Jahr nach der Krampfader-Diagnose. Eine mögliche Erklärung: Betroffene wenden sich erst bei stärkeren Beschwerden an einen Arzt, sie könnten deshalb – noch ohne Therapie – ein größeres Risiko haben.

Vermutet wird, dass Krampfadern ein Zeichen eines geschädigten Gefäßsystems sind, das eine erhöhte Entzündungsbereitschaft und eine erhöhte Neigung zu Thrombosebildung hat.

Studie: Shyue-Luen Chang et al.: Association of Varicose Veins With Incident Venous Thromboembolism and Peripheral Artery Disease